06 September 2011

28 Mädchen, 2 Jungen und Verständnislosigkeit

Salut meine Lieben,

das war er also, der erste Schultag. Also eigentlich war es, wenn man so will, kein richtiger Schultag. 
Begonnen hat das ganze um 13.45 Uhr. Ich habe mich mit Camila und Jehanne am Hafen getroffen und wir sind zur Schule gelaufen. Was mich dort erwartete, war echt heftig.
Der komplette Schulhof war VOLL mit Schülern der terminale, die Stufe in der ich bin. Und es war NUR die terminale, es gibt auch noch primaire und seconde. Und von da aus wurden wir dann in unsere einzelnen Klasse unterteilt. Es gibt den literarischen Zweig, den sozialökonomischen und den wissenschaftlichen. Wie ich euch schon mitgeteilt habe bin ich im literarischen Zweig, meine Fächer kennt ihr auch schon (siehe "l'océan et lycée). 
Das Tolle ist, dass ich beim letzten Treffen von allen Austauschschülern ein Mädchen kennen gelernt habe, die letztes Jahr als Austauschschülerin in Deutschland war. Sie heißt Lise, ist 18 und wir sind in einer Klasse. YAAY! Ich hab mich so gefreut :)) Sie ist total nett und ich glaube, wir werden ein tolles Jahr haben.

Wir sind also in unsere Klassenräume gegangen und haben mit der ersten Stunde begonnen: Philosophie.  Das war nicht wirklich Unterricht sondern organisatorisches Zeug. Ich glaube mein Lehrer für Philosophie, Monsieur Gouzien, ist auch mein Klassenlehrer. Ich bin mir aber nicht sicher :D 
Lustig ist, dass wir in meiner Klasse 28 Mädchen sind und es nur 2 Jungen gibt. Keine Ahnung, woran das liegt. Wahrscheinlich sind die alle eher wissenschaftlich begabt :D 

Wir haben unseren Stundenplan nochmal neu bekommen, unsere Karten für die Cantine und einige andere Infos, von denen ich aber ungefähr keine Ahnung habe, weil ich nur einen Bruchteil verstanden habe. Die Franzosen sprechen einfach UNGLAUBLICH schnell und meine Lehrer werden sich bestimmt auch nicht die Mühe mache, wegen ein paar Austauschschülern langsamer zu sprechen.

Die nächste Stunde hatten wir Littérature, dass war auch mal ganz nett. Meine Lehrerin, Madame Lauroy, hat uns den Plan für das Jahr erklärt, welche Bücher wir lesen und zu welchen wir einen Film gucken. 
Das erste Buch sollen wir jetzt kaufen und bis Montag lesen :D Ja, hört sich realistisch an, ich weiß. Nach der Stunde habe ich sie gefragt, wie es für mich aussieht und sie meinte, ich hätte mehr Zeit, das Buch zu lesen. Tja, was soll ich sagen .. ich hoffe, dass ich überhaupt damit fertig werde, wahrscheinlich muss ich jedes dritte Wort nachschlagen. Aber trotzdem freu ich mich schon drauf! :)

Und damit war der heutige Schultag auch schon beendet. Normalerweise hätte ich an einem Dienstag 7 Stunden, heute hatte ich nur 2. Und morgen habe ich auch nur 2 Stunden, aber das wird Mittwochs immer so sein :D. Um 8.55 hin und um 10.05 wieder abhauen. Wenn sich das nicht mal toll anhört .. 

So, das wars für heute. Ich werde die nächsten Tage mal auf mich zukommen lassen und euch dann berichten, wie eine typische französische Schulwoche aussieht.

Ach ja, nochwas. Beim letzten Treffen der ganzen Austauschschüler habe ich zwei total nette Mädels kennengelernt, Nini aus Taiwan und Rosemarie aus Kanada. Ich versteh mich super mit ihnen! 

Bisous,
Katharina 

03 September 2011

Ein bisschen Klaustrophobie und das beste Eis der Welt.

Coucou,


so, wichtigste Info vorraus: meine älteste Gastschwester wird ab nächster Woche für eine zeitlang in Strasbourg wohnen, ich glaube sie macht eine Ausbildung oder so. Genau weiß ich das nicht :D Jedenfalls muss sie dahinten eine Wohnung finden und so sind ihre Eltern eine Woche mit ihre mitgefahren, um sich auf die Suche zu machen.
Aufgrund dessen wohne ich zurzeit für eine Woche bei meiner eigentlich dritten Gastfamilie, der Familie Roullet. Die Familienmitglieder: Jean-Paul, Florence, Baptiste (15) und Hugo (11). Joa. In dieser Familie habe ich also ausschließlich Brüder, mal was neues.
Der älteste, Baptiste, hat ein ziemlich interessantes Hobby .. er malt so kleine Figuren an, also die sind wirklich SEHR klein. Er hat schon eine Unmenge davon und irgendwie kann man damit ein Strategiespiel spielen. Also ich wusste ja, dass sich manche Leute treffen, um Strategiespiele zu spielen, aber er malt die ganzen Figuren auch noch selber an. Irgendwie cool :D


Die Roullets haben ein wunderschönes Haus. Es ist noch ziemlich neu und auch die Häuser in der ganzen Siedlung sind richtig modern. Jedenfalls ist es richtig schön eingerichtet. Einerseits sind hier ganz viele alte Möbel (was meiner Mama sehr gefallen würde :D!) und andererseits viele moderne Accesoires.
Auf jeden fall fühle ich mich hier wohl :)


Am nächsten Tag sind wir dann mit Baptiste und Hugo erstmal zu einer Flugzeugausstellung gegangen. Ja. Ganz richtig. Nichts für mich :D. Aber meine Gastgeschwister sind nun mal Jungs, da ist das wahrscheinlich normal .. Ich hab also ein bisschen Langeweile geschoben und versucht, einen Text zu lesen, der von weiblichen Piloten handelte. Verstanden habe ich eher schlecht als recht :D


Um auf den ersten Teil der Überschrift zurückzukommen: Als wir die Ausstellung verließen, war draußen eine großes Becken mit Wasser aufgebaut, eine Art Pool. In diesem Pool "schwammen" plastikartige, riesige Kugeln. In die konnte man dann reinkriechen, und sozusagen "über das Wasser kugeln", ohne nass zu werden.


Falls ihr euch das nicht ganz vorstellen könnt, ungefähr so:


http://view.stern.de/de/picture/1186670/Kind-Kugel-Wasser-Kind-Kugel-Streetlife-%26-Situation-510x510.jpg


Tja. Und da ich schon bei der Ausstellung keine große Begeisterung zeigen konnte, wolle ich nicht hier auch noch so tun, als hätte ich auf nichts Lust. Also bin ich auch in so eine Kugel geklettert und ins Wasser "gerollt" :D.
Zugegeben, am Anfang war es ja noch ganz lustig. Aber so nach und nach habe ich mich dann doch gefragt, ob überhaupt genug Luft zum Atmen in so einem Ding drin sein kann. Außerdem wirkte das Ganze ein bisschen klein, es gab nicht wirklich einen Ausgang, der Reißverschluss ließ sich nur von außen öffnen. Ich habe also dem Aufpasser ein Zeichen gegeben und er hat für mich die Kugel geöffnet. SAUERSTOFF! Somit war das Ganze für mich etwas früher beendet als für die anderen, ich wollte kein Risiko eingehen. Eigentlich albern, die anderen sind alle lebend aus ihrer Kugel gekrochen^^


Am Nachmittag sind wir dann in die Stadt gegangen.
Leute, ich kann euch sagen, ich liebe Vannes!
Unglaublich viele Fachwerkhäuser, viele Gassen, kleine Läden, Cafés ...





Außerdem in Vannes: Eine Burg und ein wunderschöner Park :))



Als wir dann nach Hause kamen, war ich erstmal etwas müde. Ziemlich müde, genauergesagt. Das heißt, ich habe eine lange Zeit des Nachmittages verschlafen.


Der heutige Tag war super schön. Baptiste, Hugo und ich sind mit dem Fahrrad zum Strand gefahren und es war wirklich schön. Wir sind zu einer kleinen Insel geschwommen, die nicht weit entfernt war, nur ein paar Minuten. Dort angekommen sind wir zu ein paar Felsen gegangen / geklettert und von da aus sind die beiden dann ins Wasser gesprungen. Ich war mir irgendwie etwas unsicher bei der ganzen Sache, also bin ich nur zum Schluss ganz schnell einmal gesprungen.


Am Nachmittag waren wir kurz in der Stadt, und haben bei der besten Eisdiele von 2003 oder so Eis gegessen. Jedenfalls sagte mir mein Gastvater, dass es "Le Champion de 2003" sei. Joa. War nicht schlecht das Eis, hat aber auch 2€ gekostet, die Kugel. Da kann man auch nichts anderes erwarten.


Abends sind wir dann in einer Crêperie gewesen, dasselbe wie mit meiner eigentlichen Gastfamilie: Galette und Crêpes. Und natürlich Cidre, das gehört hier glaub ich dazu, wenn man essen geht.
Es war ein schöner Abend, wir haben viel geredet und ich habe viel über Deutschland erzählt. Sie waren erstaunt, dass ich normalerweise schon um 14 Uhr von der Schule zuhause bin und das danach auch nicht wirklich ein Berg von Hausaufgaben zu machen ist.
Mich erwartet hier wohl das genaue Gegenteil. :D


Joa. Ich habe mal wieder Kopfschmerzen, denn den ganzen Tag in Deutsch und Französisch zu denken ist anstrengend. Außerdem ist es heiß hier :D
Ihr hört von mir!


Bisous :-*
Tina