31 Dezember 2011

Weihnachten bei den Sch'tis

Coucou ihr Lieben,

Frohe Weihnachten nachträglich euch allen da draußen, wo auch immer ihr gerade seid! Ich schicke euch ganz viel Liebe aus Frankreich :)

Ich sitze gerade in der Küche, gucke meiner Gastschwester dabei zu, wie sie einen Schokoladenkuchen backt und schreibe euch.
Die Schokoladenkuchen die ich hier in Frankreich gegessen habe übertreffen übrigens alle, die ich jemals in Deutschland probiert habe. Um Längen.
Ich will euch sowas natürlich nicht vorenthalten und werde deshalb in den nächsten Tagen eine kleine Extraseite auf meinem Blog einrichten, indem ich Rezepte & Sonstiges "veröffentliche". Probiert es aus! ;)

Ich bin vor circa 2 Stunden zu Hause angekommen. Die letzten Tage war einfach nur das größte Durcheinander und es kommt mir vor, als wären 3 Wochen und nicht nur 1 vergangen, soviel habe ich gesehen und erlebt.
Ich versuche trotzdem, euch das ganze mehr oder minder STRUKTURIERT wiederzugeben :D

Der Posttitel verrät schon einiges: Ich habe mein Weihnachten im Norden Frankreichs verbracht, bei den "Sch'tis". Wem das auf Anhieb nichts sagt, dem könnte der Film "Willkommen bein den Sch'tis" weiterhelfen.
Ich zeig euch den Trailer auf Deutsch, auf Französisch ist es aber natürlich eigentlich viel witziger. Es geht schließlich um die Mentalität & Sprache und das kann man nicht wirklich übersetzen.

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Am 20.12 habe ich also schön alle meine Sachen zusammengepackt und am 21.12 ging es dann zusammen mit Gabrielle und Astrid in Richtung Lille. Eigentlich sollte auch Edmond schon mit uns kommen aber er ist leider in der Nacht krank geworden und ist so mit Anne und Benoît da geblieben. Die drei kamen Heiligabend nach, denn Anne & Benoît mussten noch arbeiten.
Die Zeit im Zug nach Lille betrug 5 Stunden, von denen ich die meisten verschlafen hatte. In Lille angekommen hatten wir circa eine Stunde Zeit, bis wir den nächsten Zug nehmen mussten.
Die Gelegenheit haben wir natürlich genutzt und sind auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Dieser war absolut überfüllt aber ganz nett.
Wir sind außerdem mit einem Riesenrad gefahren, was total toll war. So hatten wir nämlich eine ganz tolle Sicht auf ganz Lille. Die Stadt an sich fand ich von oben ehrlich gesagt nicht soo schön, kann an dem grauen Nebel liegen der über den Häusern hing.




Nach einer Stunde ging es dann aber auch weiter für uns, mit dem Regionalzug nach St. Omer, eine kleine Stadt im höchsten Norden Frankreichs.
Dort wohnt die Oma, von allen "Belle Maman" genannt. Sie ist die Mutter von Anne.
Ihr Mann ist vor 3 Jahren gestorben und trotzdem lebt sie noch in dem riesigen Haus, ganz alleine. Das Haus zeigt, dass sie eine wohlhabende Familie waren. Es gibt eine recht große Eingangshalle, einen großen Salon, einen kleinen Salon, die ehemaligen Arzträume des Mannes, zwei Büroräumen und dann natürlich die "normalen" Räume.
Was ich sehr schön finde ist, dass im ganzen Haus Bilder ihres Mannes hängen. Insgesamt um die 70!! Sie hat mir 6 Kopien geschenkt, was mich wirklich gefreut hat! Die Bilder sind nämlich allesamt wirklich sehr schön, viele zeigen das Meer, Häfen oder Boote.

Am 22.12 haben wir eigentlich die ganze Zeit nur vorbereitet. Kuchen gebacken, Weihnachtsdeko verteilt und das "Grundgerüst" für die Krippe aufgebaut. Ja, die Krippe ist hier ein ganz großes Ereignis. Wörtlich gemeint. Sowas kenne ich gar nicht von meinem eigenen Zuhause. Aber ich finde, es ist eigentlich ein schöner Brauch.


Auch der 23.12 bestand aus Vorbereitung für den Heiligabend. Es wurden die zwei "traditionellen " Kuchen gebacken, die zwei, die es jedes Jahr bei der Familie zu Weihnachten gibt. Vielleicht werde ich die Rezepte auch noch auf der "Rezepteseite" veröffentlichen. Irgendwann mal.^^

Am 24.12 kamen dann Anne & Benoît an und wir fuhren alle gemeinsam nach Béthune, eine Gemeinde ebenfalls sehr im Norden Frankreichs. Dort wohnt der Großvater, Vater von Benoît. Seine Frau ist ebenfalls vor einigen Jahren gestorben, er hat aber mittlerweile eine Lebensgefährtin, die auch das ganze Weihnachtsessen vorbereitet hat. Außerdem da waren natürlich noch die anderen Onkel & Tanten der Familie.




Die Bescherung fand schon gleich am Anfang statt, denn die ganzen kleinen Kinder waren unglaublich ungeduldig und das wollten sich die Erwachsenen anscheinend nicht antun. Im Anschluss dann das Weihnachtsessen, welches aus Salat, Meeresfrüchten und Reis bestand. War jetzt nicht sooo meins, dieses Meeressen, aber okay. Außerdem gab es Foie Gras, zu deutsch "Gänseleber". Das erfahre ich übrigens erst jetzt, nachdem ich es nachgeschlagen habe. Da wird mir auch klar, wieso ich es eindeutig NICHT MOCHTE. :D Foie Gras gibt es immer zu festlichen Anlässen und es ist "chic".
Außerdem gab es Austern. Ich muss sagen, ich hatte nicht sehr große Lust, eine zu probieren.





Dazu ein kleiner Einschub. Ich fühlte mich nicht gerade sehr hingezogen zu den Austern aufgrund meiner Beobachtungen in England. Wir hatten eine einwöchige Reise mit der Klasse, 2008 (Philipp sagt es war 2008, ich bin mir irgendwie nicht sicher :D). Irgendwann hatten wir die Möglichkeit, Austern zu probieren. Ich habe mich nicht getraut, aber andere. Naja. Wer dabei war weiß, wieso ich jetzt an Weihnachten nicht große Lust drauf hatte :D.

Aber in gewisser Weise fühlte ich mich gezwungen. Nicht von der Familie aber von mir selbst. Wer bin ich denn, wenn ich ein Jahr in Frankreich verbringe, dann noch in der Bretagne und nie eine Auster probiere?!
Man nimmt sich also so eine Auster, träufelt schön mit ner' Zitrone drüber und "schabt" sie sozusagen mit einer extra Austergabel von ihrer Muschel ab. Und dann schiebt man sie sich in den Mund und kaut schön drauf rum.
Es war okay. Wer jetzt Hymnen des Ekels erwartet hat, den muss ich enttäuschen. Es schmeckt nach fast nichts, nur nach Salzwasser und es hat eine schleimige Konsistenz.

Das Desert sollte auch nicht ganz außer Acht gelassen werden, es war nämlich schon allein vom Aussehen her ziemlich ansehnlich. Es war eine Art Schichttorte: Baiser, Kokoseis, Baiser, Mangoeis, Baiser, Früchte.


Abends sind wir dann noch etwas durch Béthune geschlendert und haben uns eine Show vor dem Rathaus angeschaut, in der ein Weihnachtsmann vom Turm geklettert ist und somit in vielen kleinen Kindern die Illusion gefestigt hat, wirklich zu existieren.

Damit war mein französischer Heiligabend schon zuende. Kein Weihnachtsgottesdienst, keine Weihnachtslieder. Das hat mir dann doch etwas gefehlt.

Den 25.12 ging es dann zur Kirche! Allerdings zur katholischen Messe, nichts da mit Weihnachtsgottesdienst wie in der "Schönen Aussicht" :D. Es war ganz interessant, sowas auch mal gesehen zu haben. Außerdem sind Kathedralen ja immer schön, wie ich finde. Sie machen eine tolle Atmosphäre :).

Dieses Bild habe ich am Nachmittag des 24.12 gemacht, deshalb ist die Figur von Jesus noch nicht drauf. Sie wird erst am Morgen des 25.12 platziert.

Den Abend verbrachten wir dann bei der Großmutter, zusammen mit allen Verwandten. Es gab wieder Foie Gras und Austern, außerdem eine ganze Menge an Torten.

Geschenke bekommen habe ich auch. Zum Einen einen Föhn von den Kerbellecs, was ich wirklich nett fand :D. Ich glaube es war eine kleine Anspielung darauf, wie ich morgens immer im Bad stand und mir die Haare föhnte und sie schon fast fertig waren mit allem. Von meiner jetztigen Gastfamilie habe ich so Bilderrahmen zum aufhängen bekommen, schwer zu beschreiben. Außerdem selbstgemachte Seife und eine CD von meinen Gastcousinen, eine Kristallschale aus einer Cristallerie vor Ort von meiner Gastoma und einen grünen Plastikfrosch als Assoziation für Frankreich von meiner anderen Gastoma.
Nicht zu vergessen natürlich noch das Geschenk von der Jugend Schöne Aussicht und auch Aufmerksamkeiten von Familie & Freunden. Danke, ich habe mich über alles sehr sehr gefreut! :)

Am nächsten Tag, am 26.12, haben wir alle erstmal schön geschlafen. Bis circa 10 Uhr, wo ich dann mit Anne, Benoît und Gabrielle joggen gegangen bin. Wer mich kennt weiß, dass ich nicht soo die Läuferin bin. Genauergesagt gar nicht. Aber trotzdem sagt irgendwas in mir drin mir immer, dass ich es ja doch noch mal versuchen könnte. Und am Ende weiß ich immer ganz genau, dass ich einfach schlecht drin bin :D. Nach 20 Minuten war dann also Schicht im Schacht und es ging wieder nach Hause.
Den Rest des Tages verbrachten wir größtenteils mit der Wii und dem Spiel Just Dance 3, welches meine Gastgeschwister geschenkt bekommen hatten. Meine 13-jährige Gastschwester ist sehr sehr engagiert bei diesem Spiel, es macht also fast mehr Spaß zuzugucken als es selbst zu probieren :D. Geschlafen haben wir an diesem Abend wieder in Béthune, also bei dem Großvater.

Der 27.12 war ein wirklich voller Tag. Wir sind gleich am Morgen aufgebrochen und nach Brugge , im Nord-Westen Belgiens gefahren. Brugge ist eine schöne Stadt mit viel Geschichte. Ich werde jetzt hier nicht alles erzählen, das würde den Rahmen sprengen. Wen es interessiert, der wende sich an Wikipedia ;).
Jedenfalls habe ich mir eine Tafel Schokolade gekauft um meine Pflichten als Tourist in Belgien zu erfüllen. Sie war, muss ich sagen, nicht viel besser als was ich sonst gewohnt bin. Aber um das zu erreichen hätte ich wahrscheinlich mehr Geld ausgeben müssen.






Am 29.12 ging es morgens los, wieder zurück nach St. Omer. Dort gab es Mittagessen bei der Oma und die letzten Gepäckstücke wurden ins Auto geladen. Das nächste Ziel hieß: das Meer.
Eigentlich, muss ich ehrlich gestehen, hatte ich keine große Lust darauf, das Meer zu sehen. Es war kalt an diesem Tag, es regnete zwischendurch und war windig. Trotzdem sind wir hingefahren und ich freue mich im Nachhinein darüber. Denn so habe ich einmal das Meer in der Bretagne gesehen und auch im Norden Frankreich. Es war sehr sehr stürmisch, die Wellen schlugen weit über die Wege hinweg und Wasser spritzte einem ins Gesicht, selbst wenn man nicht nah am Meer an sich dran war. Es war so toll!



Als nächstes ging es nach _ _ _. Es tut mir leid, aber ich habe den Namen der Stadt vergessen :D. Vielleicht frag ich demnächst nochmal nach, aber ich weiß es echt nicht mehr. Auf jeden fall haben wir da kurz Halt gemacht um Freunde der Familie zu besuchen. Es gab Apfelkuchen und einen Kamin im Haus, das fand ich gut :D.
Danach machten wir Halt bei einer Kathedrale die, meinem Gastvater nach zu urteilen, die schönste Europas ist. Keine Ahnung ob das stimmt oder nicht. Ist vermutlich Ansichtssache.
Den Abend verbrachten wir dann bei wiederum anderen Freunden in Compiègne, nördlich von Paris. Dort wohnten die Batteurs früher und haben seither noch immer viele Bekannte dort.

Und am 30.12, also heute, ging es dann wieder nach Hause.
Compiègne --> Paris --> Vannes.
In Paris haben wir unser Mittagessen gekauft und der Kerl in der Boulangerie hat vergessen, mir meine Colaflasche in die Tüte zu stecken. Ich weiß bis jetzt nicht ob wir sie bezahlt haben und er sie nur vergessen hat einzupacken, oder ob er die Bestellung erst gar nicht mitbekommen hatte.
Nun ja.
Passiert.

Ich bin froh, wieder hier zu sein. Es waren wirklich schöne 9 Tage im Norden Frankreichs aber auch sehr stressig. Jetzt habe ich wieder meinen Laptop mit deutscher Tastatur und meinen Blick aus dem Fenster auf die Schule.

Morgen ist dann also Silvester, kaum zu glauben aber 2012 ist schon fast Realität. An mir rauscht alles irgendwie nur so vorbei und ich muss mich bemühen, Einzelheiten festzuhalten. Es geht einfach zu schnell.

Ich werde mit Freunden aus der Schule zusammen sein und euch natürlich auch davon berichten.

In diesem Sinne,
Guten Rutsch, bonne année 2012!

Bisous bisous,

Katharina :-*

19 Dezember 2011

Familienwechsel und bla.

Coucou meine Lieben,

ich sitze hier gerade bei meiner neuen Gastfamilie, gucke aus dem Fenster und sehe direkt auf meine Schule. Ob das jetzt gut ist, sei mal so dahingestellt.

Eine kleine Zusammenfassung der letzten Woche für euch:

Samstag, Sonntag
Das Treffen unseres Districts (1650) und des Districts 1510 in Nantes! Es war schön. Wie immer mit diesen verrückten Leuten. Ich will jetzt nicht alles lang und breit hier erzählen, das wäre zu viel. Aber wir waren zum Einen in einem Museum und haben uns sehr interessante Kunst angeguckt. Es handelte sich um  RIESENGROSSE Abbildungen von Tieren, zum Beispiel Elefanten oder Spinnen. Diese bestanden aus Holz & Metall und sonstwas. Mehrere Menschen begaben sich dann auf diesen Elefanten oder die Spinne und konnten durch viele verschiedene Vorrichtungen diese zum laufen bringen. War recht beeindruckend.


Im Anschluss waren wir auf dem Weihnachtsmarkt, was nicht wirklich sooo toll war. Das lag einfach daran, dass man sich ungefähr 1cm in 2 Stunden fortbewegte, denn es war absolut überfüllt.


Am nächsten Tag waren wir Schlittschuhlaufen, was auch recht amüsant war. Vor allen Dingen mit so so manchen Südamerikanern, die noch nie in ihrem Leben vorher auf einer Eisfläche gestanden haben.
Und somit war das Wochenende auch schon vorbei und wir fuhren alle wieder nach Hause .. :)

Letzte Schulwoche
OUAIS! Es war die letzte Schulwoche vor den Ferien. :)
Am Montag ist mir zum ersten mal aufgefallen, dass jeder hier in Frankreich 3 Namen hat. Man ist ein komischer Mensch hier, wenn man nur einen hat. (Luka, du wärst hier also vollkommen normal mit deinen interessanten Namen)

Am Dienstag hab ich dann eine compo in Littératur gehabt, was eigentlich ganz amüsant war. Von dem Kapitel, über das nämlich geschrieben wurde, habe ich ungefähr jedes 16. Wort verstanden. Also habe ich es mir circa 10 mal durchgelesen und danach irgendwas auf das Blatt geschrieben, was mir so halb plausibel vorkam. Nun ja. :D
Außerdem habe ich an diesem Tag in Latein mal wieder gemerkt, dass die Schüler an sich total wenig wissen. Die Lehrerin sagt nämlich alles vor, alle Vokabeln, alle Formen, alles! Und so "basteln" sie sich dann ihre Übersetzungen zusammen. Sie besitzen kaum Basiswissen..

Mittwoch hatten wir dann die letzte Histoire/Géo Stunde vor den Ferien und unser Lehrer hat uns Schokolade gegeben und Bilder von den USA gezeigt, die er mal gemacht hat als er noch viel jünger war. Er hat, ohne Mist, fast die ganzen Vereinigten Staaten bereist! Ziemlich beeindruckend.
Am Nachmittag waren wir mit ein paar Leute in der Stadt und haben zusammen Mittag gegessen, denn es war der letzte wirkliche Schultag von Zsofi :-( :-(

Und Donnerstag war es dann auch schon soweit, Zsofi sollte Vannes verlassen. Wir waren zusammen noch bei der Weihnachtsfeier vom CEAS und haben uns dann verabschiedet. Ich muss sagen, im ersten Moment habe ich es gar nicht so richtig verstanden. Denn in den letzten 3,5 (fast 4) Monaten hatten wir fast jeden Tag etwas zusammen gemacht. Und so kam es mir einfach nicht sehr glaubwürdig vor ..
aber nachher dann schon. Ich muss sagen, dass ich sie wirklich vermisse. Sie war immer so energievoll und ideenreich und konnte nie still sitzen :).






Der Freitag verlief nicht gerade sehr spektakulär, eigentlich war ich die ganze Zeit nur am Packen.
Denn am nächsten Tag sollte ich zu meiner neuen Gasfamilie ziehen!
Meine Gefühle waren gemischt. Einerseits hatte ich es wirklich geschafft, mich in dieser Familie zu integrieren und fühlte mich wohl. Andererseits kannte ich die andere Familie ja auch schon ein bisschen und war gespannt, wie ihr französischer Alltag wohl aussehen würde!
Wie auch immer, am Ende musste ich wechseln, ob ich wollte oder nicht.

Am Samstag war es dann soweit, ich richtete mein Zimmer ein. Welches übrigens viel kleiner ist als mein altes ist und ich kriege alles nur mit Müh und Not unter. Ich habe soviel Zeug hier, ich mache mir schon Sorgen wir ich alles später wieder nach Deutschland schaffen soll. :D



Aber viel wichtiger als mein Zimmer ist ja die Familie.
Sie besteht aus den Eltern Benoît und Anne. Die Kinder sind Lucie (23), Gabrielle (20), Etienne (17), Astrid (13) und Edmond (5). Lucie lebt allerdings in Bordeaux, dort studiert sie. Gabrielle lebt in Rennes, sie studiert ebenfalls dort. Allerdings ist sie öfters mal zwischendurch zuhause.
Etienne ist zurzeit in Paraguay, für ein Jahr. Ebenfalls mit Rotary.
Somit habe ich als "immer anwesende" Geschwister Astrid und Edmond. Der Kleine ist einfach zu süß und mit Astrid versteh ich mich auch ganz gut :).
Insgesamt ähnelt diese Familie eher meiner Familie in Deutschland als die erste. Ich weiß nicht genau wieso .. aber es kommt mir so vor. Bei den Kerbellec's schien mir alles immer sehr geplant, sehr strukturiert. Es gab pünktlich um 18.30 Abendessen.
Hier wurde mir schon gesagt, dass ich damit nicht rechnen kann :D. Und allgemein wirken sie ein wenig chaotischer. Aber SYMPATHISCH chaotisch. :D

Jaa .. aber so schrecklich viel kann ich jetzt auch nicht erzählen, dafür muss noch ein bisschen Zeit vergehen.

Am Mittwoch gehts ab in den Norden Frankreichs, Richtung Lille.



Dort werden wir Weihnachten mit der Großfamilie feiern. Anne meinte, mich vorbereiten zu müssen und sagte, dass es alles doch sehr "temperamentvoll" zugehen könnte.
Nun ja.
Ich bin ja mal gespannt, ob es an das Temperament meiner Thunsverwandtschaft drankommt.^^

Ich wünsche euch allen auf jeden fall ein wunderschönes Weihnachtsfest mit Freunden & Familie und ganz viel Liebe für eure Mitmenschen. Denn wir alle haben viel zu geben.

Bisous Bisous,

Katharina :-*




09 Dezember 2011

Theater, Tanz & Tannenbaum

Meine Lieben,
viiiiiel ist passiert. Und keine Zeit zu verlieren, denn ich habe SO viel zu tun. Was ja eigentlich gut ist, Langeweile wäre schlimmer.

Schule
Meine letzte Schulwoche war eigentlich ganz routinemäßig. Ich hatte allerdings schon zwei mal Schwimmen, was echt super ist. Ich bin auf jedenfall besser als in Badminton, was jetzt ENDLICH vorbei ist. :D Da ich ja in Deutschland schon einige Jahre im Verein geschwommen bin, komme ich hervorragend klar. Zwar habe ich ja schon einige Jahre Pause vom Schwimmen, aber irgendwo in mir drin ist es noch mein Element :-P
Mein Philosophielehrer hat uns (Cami, Zsofi und mir) jetzt angekündigt, dass die "Schonzeit" vorbei ist. Das soll soviel heißen wie: "Ich und die anderen Lehrer haben euch das erste Trimester in Ruhe gelassen, aber jetzt sollt ihr genauso büffeln wie der ganze andere Rest."

Nun ja. Wenn der Gute das will, nicht wahr.
Nein, mal ehrlich?! :D
Also, ich werde die nächsten Wochen mal sehen, was genau er jetzt erwartet. Viel kann ich nicht versprechen ...
Zsofi ist das Ganze relativ egal, sie haut ja eh in einer Woche ab. Das macht mich schon ganz traurig, wir hatten so viel Spaß zusammen. Sie war eine kleine Person mit sehr viel Energie und meine Lieblingsungarin (auch wenn ich nur eine kenne, das macht nichts.) Aber ich freue mich für sie, dass sie die nächsten 6 Monate in Paris verbirngen darf!

Und jetzt kommen wir zu meinem wirklich sehr ereignisreichen Wochenende (sagt mir Bescheid, wenn eures voller war. Das würd mich mich mal interessieren, ob's da wen gibt.)

Freitag:
- SALSA BAR! Es war sooo toll! Ich war das erste mal da, zusammen mit den Mädels. Die Schritte sind eigentlich ganz einfach zu lernen und wenn man's erstmal raus hat, macht es wirklich Spaß. Dort waren wir ungefähr 3 Stunden.




Danach wollten wir in eine kleine Bar nebenan, "incognito". Im CEAS war nämlich ein Plakat aufgehängt auf dem stand, dass der Abend so eine Art "Kulturenabend" sein sollte. Junge Menschen aus verschiedenen Ländern konnten sich dort sozusagen treffen, kennen lernen und ihre Erfahrungen über Frankreich austauschen.
Leider waren wir dann doch ein bisschen zu jung. Also Zsofi und ich. Und so oft wir auch noch beteuerten, kein Alkohol in der Bar trinken zu würden, wir wurden nicht reingelassen.
Aber davon lassen sich Austauschschüler nicht den Abend verderben! Wir sind also an den Hafen, unseren üblichen Treffpunkt und hatten auch so Spaß. Bis uns langsam kalt wurde, wir zu Zsofi nach Hause gingen und müde ins Bett fielen.

Samstag:
Der nächste Tag ging früh weiter, Müdigkeit hin oder her. Erstmal gab es Organisationsschwierigkeiten, denn wir brauchten eine Möglichkeit, nach Auray zu kommen. Auray ist eine kleine Nachbarstadt und wir wollten dort zusammen mit anderen Rotary Jugendlichen Autos für den guten Zweck waschen. Genauergesagt für den "Téléthon". Der Téléthon findet nationalweit statt. Verschiedene Freiwillige tun sich zusammen und sammeln auf verschiedene Weisen Geld. Dieses kommt der Forschung gegen eine Muskelkrankheit (deren genauen Namen ich leider vergessen habe) zugute.
Im Endeffekt nahmen wir den Zug, was uns nur 2 Euro kostete. Recht günstig hier in Frankreich, ich glaube in Deutschland wäre das ne' ganze Ecke teurer gewesen.



Für den Abend stand das nächste Ziel schon seit längerem fest: Ein Hip Hop Battle in St. Avé. Ich glaube ich habe in früheren Posts schon von Fatima berichtet, dem italienisch/afrikanischen Mädchen das ich beim CEAS, meiner Französischschule, kennengelernt habe.
Es war einfach unglaublich, wirklich.
Ich kam mir vor wie in Step Up oder sonstwas für einem Tanzfilm.
Die Halle war nicht sehr groß, eigentlich sogar recht klein. Es waren ca. 60 Zuschauer und 20 Tänzer da. Die jüngsten Tänzer waren vielleicht 4 Jahre alt (das war so süüüüüß!) und die Ältesten .. keine Ahnung. Ich bin nicht gut darin, das Alter von Menschen zu schätzen.

Jedenfalls war das Ganze eben ein Battle, Duos oder ganze Gruppen traten gegeneinander an. Es ist schon enorm, was diese Menschen so an Bewegungen drauf haben. Und auch wie sie sich während dem Battle verhalten, als wären sie in einer ganz anderen Welt. Sie betrachen die andere Gruppe mit verachtenden Blicken und provozierenden Moves und wenn das Ganze vorbei ist umarmen sie sich herzlich.
Es war toll, dass gesehen zu haben! Das hätte ich wirklich um nichts in der Welt verpassen wollen und wenn es sich nochmal in der Form wiederholt, will ich unbedingt dabei sein.



In dem Video könnt ihr den Battle von Fatima sehen. Fatima ist das Mädchen mit dem grünen TShirt :D
Die trei Typen die im Hintergrund auf den Stühlen sitzen bilden übrigens die Jury. 



Am Abend kam ich gegen Mitternacht nach Hause, aber am nächsten Tag sollte es gleich weitergehen.

Sonntag:
Besuch bei meiner dritten Gastfamilie. Sie hatten mit und Camila eingeladen, um den Tannenbaum vorzubereiten. Das Mittagessen hat aber erstmal 2,5 Stunden gedauert, wie das nun mal so ist hier. Wenn man geschätzte tausend Gänge hat läufts' ja auch zwangsläufig darauf hinaus. :D
Der Weihnachtsbaum war ganz okay, aber der, wie wir ihn immer zuhause haben, ist um LÄNGEN besser. Erstens ist der zuhause echt, was ja schon mal die halbe Miete ist. Und zweitens haben wir nicht so langweilige Kugeln, schöneres Lametta und eine schönere "Krone".
Aber okay. Ich will mich ja nicht beschweren. :-P


Theater
Wer mich kennt weiß, dass ich für Sachen wie Theater oder ähnliches eigentlich gut zu begeistern bin. Auch Events wie Poetry Slams und Zirkus finde ich toll, Tanz Battles (wie schon erwähnt:)) und allgemein Dinge, wo Menschen ihre außergewöhnlichen Talente dazu nutzen, anderen den Atem zu rauben.
Auf mich wirkt es jedesmal wie eine eigene kleine Welt, als würden diese Menschen nur dort existieren. Sie scheinen in dem Moment nicht wie "normale" Leute, sondern so, als hätten sie ihre wirkliche "Bestimmung" gefunden und würden diese nun richtig ausleben.
Ich mag diese Scheinwelt. Sie ist so perfekt.

Jedenfalls war ich gestern Abend im Theater, im "Palais des Arts", hier in Vannes.
Es ist ein riesiges Gebäude mit vielen Sälen. Es ist ein wirklich schönes Gebäude, auch wenn ich sagen muss, dass das Landestheater in Detmold mehr Charme hat!
Im Vorfeld habe ich sogar ein bisschen was von den Kulissen gesehen, es gab eine kleine Führung für den Rotary Club, da der Präsident den Direktor kennt (oder so ähnlich :-P)

Das Theaterstück hieß DONKA, obwohl man wohl eher "Theaterstückchen" sagen sollte. Es bestand nämlich aus vielen kleinen einzelnen Sketchen, obwohl das hier nicht wirklich das richtige Wort ist. Sketche stelle ich mir immer lustig vor, die kleinen Stücke waren aber teilweise auch traurig.

Die ganzen Stücke wurden geschrieben von Anton Tschechow, einem Russe, der aber lange in Italien lebte. Daher war auch das Stück teilweise auf Italienisch, größtenteils aber auf Französisch.

Es war magisch. Nicht unbedingt die Geschichte, die durch Tanz, Akrobatik oder Gesang rübergebracht werden sollte, als vielmehr die Darstellung.
Es wurde viel mit Licht und Schatten gearbeitet, mit Eis, Wasser, Rosenblättern.
Es gab verschiedene "Schichten" von Vorhängen, teilweise halb durchsichtig oder mit interessanten Texturen. Die Musik war mitreißend, das Timing war jedesmal perfekt.

Wenn ihr das jetzt lest, hört es sich wahrscheinlich irgendwie doof an. Und vermutlich kann man es sich auch nicht wirklich vorstellen. Aber ich weiß einfach nicht, wie ich es beschreiben soll.
Fotos zu machen war verboten, aber es hätte eh nichts gebracht. Weil ich niemals die Atmosphäre hätte einfangen können, hätte ich auch noch so eine gute Kamera.

Manchmal sind gewisse Dinge so schön, dass sie einen ein bisschen traurig machen. Einfach aus dem Grund weil man weiß, dass sie einen nur kurz verzaubern. Und danach hat man nur die Erinnerung.
Ich bewundere Menschen, die einem dieses Gefühl bereiten können.


Ihr seht also, ich habe außerordentlich viel zu tun. Meine Schulwoche ist seit einer knappen Stunde beendet und heute Abend gehts mit den Mädels wieder Salsa tanzen.
Morgen und übermorgen treffen wir uns mit allen Austauschschülern in Nantes, worauf ich mich schon unglaublich drauf freue. Es ist wie eine große, internationale Familie :)

Also, meine Lieben. Ich wünsche euch ganz viel Schnee, Plätzchen und Weihnachtsstimmung (=was ich alles nicht habe)!

Bisous Bisous,


Katharina :-*

29 November 2011

Heimweh & 3 Monate

Salut meine Lieben,

Heimweh
Premiere! Ich hatte meine erste kleine Heimwehphase.
Am 20.11 habe ich ja mit meiner Familie geskypt, wie schon im letzten Post "angekündigt". Das war natürlich total toll und ich hab mich so gefreut alle zu sehen. Mama und Papa waren da, Merle und Julia und sogar Tante Esther und Onkel Willi für ein paar Minuten :D (Martin war nicht dabei, er war ... weg. Aber hey, falls du das hier liest: ich vergebe dir, Bruderherz).
Als wir dann all die Neuigkeiten und so ausgetauscht hatten und das Gespräch beendet war gings ja erstmal. Aber dann später, wenn man so im Bett liegt und sich alles nochmal durch den Kopf gehen lässt, kriegt man schon ein mulmiges Gefühl. 
Hinzu kam noch, dass ich wieder einige Hautprobleme bekommen habe. Wer mich kennt weiß, dass ich das eigentlich immer habe, gerade wenn der Winter kommt. Das hat das ganze irgendwie nochmal schwieriger gemacht .. 
Das Ganze hat sich aber wieder gelegt. 
In solchen Situationen ist es wirklich wichtig, dass man sich nicht in seinem Zimmer verkriecht sondern REDET! Ganz viel reden mit Freunden in der Schule, mit der Familie ... das wurde mir auch auf den Vorbereitungskursen gesagt, aber in dem Moment wenn es dann soweit ist, muss man sich erstmal überwinden. Denn so richtig Lust dazu hat man dann ja gerade nicht, man will eher für sich sein. Jedenfalls war das bei mir so^^



Banque Alimentaire
Am 25.11 war ich dann mit Cami und verschiedenen Rotariern im örtlichen Carrefour. Wem das jetzt so auf Anhieb nichts sagt: Carrefour ist sowas wie Toom Markt oder Marktkauf oder so. Ein Laden halt :D
Dort haben wir für die Organisation "Banque Alimentaire" Essen gesammelt.


Diese Organisation ist so  ähnlich wie "Die Tafel" in Deutschland --> Sagt jedenfalls Wikipedia.
Einmal im Jahr tun sich Freiwillige in ganz Frankreich an unterschiedlichen Orten zusammen und sammeln Essen. Man stellt sich in einen Supermarkt, gibt dem hereinkommenden Kunden eine Tüte in die Hand und erklärt das ganze ein wenig. Dann kann dieser Kunde seine Tüte mit Sachen wie Nudeln, Konservendose oder Babynahrung oder so füllen.
Am Ende ihres Einkaufes bezahlen sie ihre ganzen Sachen und geben uns ihre "Alimentaire-tüte", die wir wiederum auf den ganzen Haufen mit dem bereits gesammelten Essen legen.
Am Ende des Tages kommt dann das "Croix-Rouge" oder sonst eine Hilforganisation und holt das Essen ab.
Es hat mir wirklich Spaß gemacht. Es war toll mitanzusehen, wie immer mehr Essen für Familien zusammen kam, denen das wirklich die Woche retten konnte!
Einmal war eine Kundin dort, die uns mit einem Einkaufswagen zu sich an die Kasse rief. Sie hatte fast NUR für "Banque Alimentaire" eingekauft. Es hörte gar nicht mehr, es war ein ganzer Strom von Lebensmitteln!

Schule
Was wirklich seltsam hier ist, ist die Tatsache, dass hier dauernd wer krank ist. Also in der Schule meine ich jetzt. Es vergeht ernsthaft keine Woche, wo nicht mindestens zwei Leute zur Schulkrankenschwester muss! Und das aus Gründen wie Kopfschmerzen, Übermüdung, Herzproblemen, "Stressanfällen". Also, mir macht das ja fast Angst. :D
Auf meine Frage hin, woran das liegen könnte, wurde mir geantwortet, dass alle sehr unter Druck stehen. Und dass das Lycée sehr stressig für alle ist. Außerdem stehen sie ja kurz vor ihrem bac.
Da kann ich ja nur ein Lob an das deutsche Schulsystem aussprechen. Ich habe mich noch nie unter Druck gesetzt gefühlt. Den habe ich mir höchstens selbst gemacht.
Aber vielleicht kommt das ja noch vorm Abi ;)


Sonstiges

Ich bin bereits 3 Monate in Frankreich! Immer wieder frage ich mich, ob das jetzt viel oder wenig ist. Irgendwie beides, es ist so schwer zu sagen.
Was denkt ihr?


Das war es auch eigentlich schon mit meinem kleinen Bericht.
Mir bleibt nur noch zu sagen, dass ich es ja am Beginn meines Blogs erwähnt habe: "Erlebt mein Austauschjahr mit mir, alle guten und schlechten Erfahrungen!" Heimweh gehört nunmal einfach dazu. Dafür weiß ich immer mehr zu schätzen, was ich zuhause habe <3


Sonst bin ich wirklich glücklich hier. Ich freue mich so über all die Leute in der Schule, meine ganzen Freunde, meine wunderbare Familie .. meine Woche ist immer ausgefüllt und ich kann Gott nur danken, dass er mir dieses Jahr geschenkt hat!

Je vous aime, meine Schätzchen

Bisous Bisous,

Tina :-*

P.S.: Wenn ihr zwischendurch irgendwelche Rechtschreib-  Grammatik- oder Ausdrucksfehler merkt feststellt, tut es mir wirklich leid. Ich merke langsahm langsam, dass mir die deutsche Sprache immer schwerer fällt. Seet Seht es mir nach! :-*



20 November 2011

17!

Coucou meine Lieben,

hier melde ich mich wieder, nach 11 Tagen der Abwesenheit.
Folgendes ist passiert:
(An diesem Punkt schaue ich immer in meinen Kalender, weil ich komischerweise außerordentlich vergesslich bin.)

Repas de classe
Letzte Woche Donnerstag (10.11), hatten wir zum einen nur wenig Schule (Philo ist ausgefallen!) und am Abend noch ein sogenanntes "repas de classe".
Das macht hier jede Klasse ungefähr dreimal im Jahr. Die Klassensprecher suchen ein Restaurant aus, "melden" die Klasse dort an und alle die wollen, gehen zusammen an einem Abend essen. Es war wirklich toll, die Mädels waren alle richtig nett (und Emeric auch, der Arme war der einzige Kerl :D).
Man konnte sich einfach mal außerhalb der Schule unterhalten, zusammen lachen und kennenlernen. Dieser Abend hat mir geholfen, mit einigen der Mädchen wirklich das erste Mal eine Unterhaltung zu führen :).



Anniversaire Zsofi <3
Am 11.11.11 (:-P) haben wir dann die Geburtstagsparty für Zsofi gestartet! Eigentlich wurde sie vier Tage später erst 17 Jahre alt, aber das Wochenende hat sich einfach angeboten. Wir haben also einen ganzen Haufen Leute zu Jehanne eingeladen und sie dann überrascht. Und das war sich auch, aber so richtig! Im ersten Moment hat sie gar nichts verstanden, als alle vor ihr standen und "Surprise" riefen, aber nachdem ihr von allen Seiten Erklärungen zugerufen wurden kapierte sie es langsam.
Es war so süß, wie sehr sie sich gefreut hat. Im Anschluss hat sie noch sehr oft betont, dass das der vermutlich tollste Geburtstag ihres Lebens war. Einfach die Tatsache, dass sich Leute die Mühe gemacht haben, eine Überraschung für sie vorzubereiten.




Leider endete der Abend an sich nicht sehr toll. Es war dunkel, einige Leute waren draußen und ein Mädchen hat leider das Küchenfenster nicht gesehen.
Ihr könnt jetzt das Kopfkino einschalten, wenn ihr wollt :D
Sie lief dann einfach mal mit voller Wucht dagegen, sodass das große Fenster in seine Einzelteile zersprang. Und auch ihre Nase war danach recht .. demoliert. Naja. Schön war es nicht.
Die Feuerwehr ist also gekommen, hat sie abgeholt und ins Krankenhaus gebracht. Sie selber war zum Glück die ganze Zeit sehr ruhig und hat eigentlich nur Witze darüber gemacht.
Ein lustiges Völkchen, die Franzosen :-P

Des cuisiniers
Gleich am nächsten Tag ging es mit Cami zu Béatrice. Wir hatten für den Abend unsere jeweiligen Counsellor eingeladen und wollten ein Menü kochen. Es sollte Bretonisch, Argentinisch und Deutsch sein.

Die Vorspeise war so ein Selleriepüree mit Kürbissuppe, karamellisierten Weintrauben und Walnüssen Ich muss zugeben, dass hört sich recht merkwürdig an, war aber eigentlich ganz gut. Ob es jetzt bretonisch war, sei mal so dahingestellt :D



Die Hauptspeise bildeten die Empanadas von Cami. Da kann ich, denke ich, schon beurteilen dass es recht südamerikanisch war.



Meine Nachspeise war ganz und gar nicht deutsch. Aber lecker. Und zwar habe ich "Himbeertraum" gemacht. Das kennen wohl alle, die schon mal bei meiner Familie zum Essen eingeladen worden sind. Das gibt es recht oft bei uns als Nachspeise und ist auch total simpel zu machen, also hab ich mich dafür entschieden.
Außerdem wäre ein richtig deutsches Dessert bestimmt schwerer gewesen .. Apfelstrudel oder so was, keine Ahnung :D


Der Abend war eigentlich ganz schön, nur sehr sehr lang. Und da ich von der letzten stressigen Nacht (Feuerwehr etc...) noch ganz schön müde war, war ich auch froh, als ich in mein Bett konnte! :))

Salon du Chocolat
Am darauffolgenden Tag waren Cami, Zsofi und ich auf einer Schokoladenausstellung (Salon du Chocolat). Wir haben 5 Euro Eintritt bezahlt und uns von Stand zu Stand Schokolade aus den Probierschälchen geschnappt, um das Geld wieder reinzubekommen :D.




Sonst verlief die letzte Schulwoche ganz "normal".
Mein netter, alter Geschichtslehrer hat behauptet, dass diese Klasse (wir), seine bisher schlechteste waren. Schon ne krasse Sache, er geht nach diesem Jahr in Rente und hat schon so einiges gesehen :D. Ich hab mich einfach mal nicht angesprochen gefühlt, schreibe diese ganzen Arbeiten ja eh immer nur halb bzw. gar nicht mit. Danach hat er noch ein bisschen rumgeschrien und seitdem sehe ich ihn mit ganz anderen Augen. Davor war er so der "nette Opa von nebenan" und jetzt ist er ein Lehrer. Nun ja.

Ich war natürlich rudern (hab leider immer noch keine Bilder, ich komme einfach nicht dazu -.-) ...

17!
Und jetzt am Samstag, also gestern, hatte ich dann meine Geburtstagsfeier. :)
Es war mit Abstand der internationalste Geburtstag den ich je hatte. Vertreten war Argentinien, Brasilien, Finnland, Italien, Taiwan, Ungarn und natürlich Frankreich. Wir hatten Spaß, haben getanzt und Pizza gegessen und ich hab eine Menge GESCHENKE bekommen :).
Ein TShirt, auf das alle etwas draufgeschrieben haben. Eine Flagge der Bretagne, Ohrhörer die wie Smarties aussehen, Ohrringe, Raumspray (jaaaa.. lustig irgendwie.), Parfum und Naggellack ..



und natürlich ist auch was von meiner Familie aus Deutschland angekommen, worüber ich mich riesig gefreut habe. :-*
Besonders über die kleine Weltkugel für das Thomas Sabo Armband, das ist sowieso das tollste. Wie lange ich mir die schon gewünscht habe :)
Heute, an meinem richtigen Geburtstag, habe ich dann mit meiner Familie und dem Onkel und seiner Familie bei der Oma gegessen. Es mal wieder ein langes, mehrgängiges, französisches Essen. Nach sowas ist wirklich kein Abendbrot mehr möglich :D.
Meine kleine süße Gastcousine hat mir ein Bild gemalt und wir haben uns die Fotos von der Hochzeit letztens angeguckt, was eindeutig für genug Stoff zum Lachen sorgte.
Ich habe eine tolle Gastfamilie! 

Das wars eigentlich auch schon. Ich bin hundemüde und fühle mich erkältet. Morgen habe ich wieder ewig Schule und im Moment eher weniger Lust drauf, wenn ich ehrlich bin.
Aber gleich gibts erstmal eine Skype Session mit meiner wunderbaren Familie!! Das zweite mal, seitdem ich hier in Frankreich bin.

Ich drücke euch, meine Süßen.

Bisous bisous,


Tina :-*

09 November 2011

des nouvelles.

Coucouuuuuuu meine Lieben,


Glücklich.
Das bin ich. Das ist das Adjektiv, dass mich im Moment beschreibt.
Ich bin glücklich hier zu sein, glücklich über jeden Tag, über die Familie über das Leben :)
Also, kleiner Lagebericht:


Schule
Seit die Ferien zuende sind hatte ich 5 Tage Schule. Es hat sich an sich nicht sonderlich viel getan.
Aber dennoch ein bisschen.
Zum Einen gehe ich jetzt wieder zum Lateinunterricht, aber nur um an meinen eigenen Sachen aus Deutschland zu arbeiten. Dem, was Madame L. sagt, kann ich nämlich immer noch absolut nicht folgen :D
Und wenn ich mit den anderen Leuten, die keinen Unterricht habe, draußen rumsitze, kann ich nur schwer Latein machen. Konzentrieren ist dann nämlich echt nicht einfach .. wenn man Musik hören und Quatschen mit Grammatik und Vokabeln vergleicht und die Wahl hat, nimmt man wohl eher nicht Letzteres.
Außerdem werde ich vermutlich nicht versuchen können, mein „bac“ zu bestehen (baccalauréat, das französische Abitur). Das liegt ganz einfach daran, dass das „bac“ aus zwei Teilen besteht und der erste Teil von den Schülern schon letztes Jahr erledigt wurde.
Jetzt stellt mir sich die Frage:
  • Pech oder eher nicht?
Einerseits denke ich mir, dass es ja echt irgendwie cool wäre, einen französischen Abschluss zu haben. Und probieren geht über studieren, wer weiß, vielleicht hätte ich es ja mit Müh und Not echt hinbekommen. Hat mir mein Philosophielehrer jedenfalls zugetraut.
Andererseits mache ich mir jetzt keinen Druck und kann alles locker angehen.
Was vielleicht im Endeffekt echt besser ist für ein Austauschjahr …


Essen
Vielleicht wollt ihr ja ein bisschen was über das Essverhalten hier wissen, was mir so auffällt und anders ist als in Deutschland.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich dazu schon mal was geschrieben habe, wenn ja dann … ja. Hört auf zu lesen oder so :D

Das Frühstück (petit-déjeuner), um ca. 7 Uhr, ist eigentlich wie auch in Deutschland, obwohl ich auch einfach nur Cornflakes, „Céréales“, esse.
Die anderen essen meistens sowas wie getoastetes Weißbrot mit Marmelade, eingetaucht in Kakao oder Kaffee.
In der Schule isst man Mittag (déjeuner) so gegen 12 Uhr, je nachdem wie der Stundenplan aussieht. Und ich finde, es ist nicht gerade wenig. Man kann zwischen verschiedenen Dingen wählen und am Ende hat man dann einen Salat, eine Hauptspeise, einen Joghurt oder Käse und ein Dessert.
Nach der Schule, um ca.17 Uhr essen viele Kinder ein „goûter“, was soviel ist wie vielleicht ein Obst oder ein Stück Schokolade oder so.
Und um 19.30 Uhr gibt’s dann schon wieder Abendessen (dîner): Salat als „entrée“, das Warme im Anschluss. Darauffolgend Käse und als letztes ein Dessert. Und zwischendurch die ganze Zeit Baguette mit gesalzener Butter.

Man sieht also: Wenn man hier nicht gewisse Sachen weglässt oder einfach halbe Portionen ist, wird man unweigerlich sehr schnell zunehmen. :D

Außerdem gibt es nur stilles Wasser, was für mich echt eine Umstellung war. So doof sich das auch anhört :D
Zuhause haben wir ja echt nur Mineralwasser getrunken.
Und kennt ihr das? Ihr habt so richtig Durst, also wirklich so richtig. Ihr könnt an nichts anderes denken, stellt euch das Wasser vor, wie ihr die Flasche endlich aufmachen dürft und dieses zischende Geräusch hört.
Das vermiss ich :(


HipHop & Salsa
Am Samstag waren wir mit Zsofi, Cami und Fatima ein bisschen unterwegs. Fatima ist eine 19-jährige Italienerin, die aber eigentlich aus Guyana stammt und jetzt in Frankreich lebt.
Ja, ziemlich cool!
Am Vormittag haben wir Fatima begleitet, und zwar ins "Centre Sociale" in Ménimur. Das ist sowas wie ein Jugendzentrum. Hier gibt es ein Centre nahe Ménimur und ein weiteres nahe Kercado.
Ménimur und Kercado sind sogenannte "quartiers" (Stadtteile). In M. wohnen sehr viele Türken und in K. ziemlich viele Tunesier, Algerier und Marokkaner. 
(.. das nur zur kleinen Veranschaulichung, wie dass hier so "aufgeteilt" ist).. Ich selber wohne übrigens in der Nähe von Kercado. 

Fatima tanzt HipHop, und zwar schon seit einigen Jahren. In Italien hat sie auf der Straße getanzt, zusammen mit ihren Freunden. Hier tanzt sie mit anderen im Centre. Später will sie mal in Paris auf eine Tanzschule gehen! Sowas finde ich total beeindruckend, wenn Leute ihre künstlerischen Begabungen richtig zum Lebensinhalt machen.
... wisst ihr, was ich sagen will? :D

Am Abend waren wir dann noch gemeinsam in einer Salsa Bar. Dort kam dann auch die Barfrau auf uns zu und wir fingen ein Gespräch an. Sie informierte uns, dass es jeden Freitag Abend Salsa Unterricht in der Bar geben würde. Außerdem ist es "kostenlos", man bestellt sich nur einmal was zu trinken. 
Wer weiß, vielleicht gehen wir mal mit den Mädels hin und lernen Salsa! :)) 


Sonstiges 
Achja. 
Letztens habe ich GANDHI geguckt, kann ich jedem nur empfehlen. Das ist auch so eine Sache, die ich an meiner Familie hier total toll finde. Sie haben eine richtig "Kino Kultur". Ein Schrank im Wohnzimmer ist voll mit Filmen, mit richtigen Filmen. Immer wenn ich dann mit Maya ein Serie oder so gucke, sagt mein Gastpapa mir, dass ich unbedingt noch die "großen Filmen" sehen muss. Von denen redet er oft.
Also ich bin ja der Meinung, GANDHI gehört dazu. Dieser Mann war einfach der Wahnsinn. 
Nachdem ich diesen Film gesehen hatte, ist mir mal wieder klar geworden, dass JESUS genau diese Qualitäten besitzt nur vollendeter! Gandhi hatte Fehler, er war ein Mensch. Aber Jesus - ! 


Ihr seht also, mir geht es ganz hervorragend. Ich habe viel zu tun und viel in Planung :). 
Außerdem freue ich mich schon riesig auf den Winter, denn in der Stadt wurden schon Weihnachtsdekorationen angebracht und ich will sie endlich leuchten sehen! 

Je vous aime, 
Bisous Bisous,

Katharina :-*

Familienfoto :) Ich gucke zwar etwas seltsam, aber auf den anderen Fotos gucken alle anderen weg. Von daher :D 



29 Oktober 2011

streichholzschächtelchen.

Salut ihr Lieben,

Alors, wovon kann ich euch berichten? ..

letzte Schulwoche
Ich glaube der Rest der Schulwoche war gar nicht mal so spannend.
Wir haben unglaubliche viele Hausaufgaben aufbekommen, von denen ich bis jetzt noch nichts gemacht habe. Außer Englisch, weil dass das einzige ist, was ich kann.
An Histoire / Géo wage ich mich vielleicht nochmal ran, aber Philo lass ich erstmal sein.
Die Aufgabe besteht nämlich darin, eine Dissertation darüber zu schreiben, wieso der Mensch sich nach unmöglichen Dingen sehnt. Oder so ähnlich. ("Pourquoi désirer l'impossible?)
Ja, kp.
Wenn ihr die Antwort kennt, und sei es auf Deutsch, dann wäre ich euch sehr verbunden, wenn ihr mir ne' Nachricht bei Facebook oder so schreibt. Oder ne' Mail.
Ich hab nämlich keine Ahnung :D

Am letzten Tag vor den Ferien haben wir uns dann mit Zsofi und Cami getroffen und einen "Friends- marathon" veranstaltet. Hier bei meiner Gastfamilie habe ich angefangen, Friends zu gucken und ich liiiiiieeeebe es! (Aber Scrubs übertreffen tut es nicht!)
Zsofi ist seit Beginn der Serie ein wirklicher Fan. So ein richtiger. Sie war sogar in NYC und hat die ganzen wichtigen Plätze gesehen!
So haben wir uns dann fast die ganze erste Staffel angeguckt. :)


Ferien
Die Ferien waren jetzt nicht soo spannend.
Ich habe viel geschlafen, viel mit Maya & Paul gemacht und sogar einmal Napoleon für meine Familie gebacken.
Er war zwar gar nicht wie zu Hause, aber sie mochten es. Hier gibt es nämlich irgendwie keinen Kefir oder sowas, nur Fromage blanc. Und das wars' dann schon.^^

Sonst habe ich auch mal was mit Pedro & Cami gemacht, wir waren auf der "fête foraine", was sowas wie die Kirmes ist. Es ist genauso teuer wie in Deutschland, aber ich finde die Attratkionen hier noch ein bisschen spannender. Also das Gruselhaus sah auf jeden fall um einiges gruseliger aus als die auf der Kirmes zuhause und allgemein fand ich es etwas ausgefallener.
So als Beispiel: Das "Breakdance" ist ja immer ganz nett gewesen, aber hier war es sowas wie das "Breakdance" und die einzelnen Abteile machen auch noch Loopings dazu.
Keine Ahnung, ob sich das jetzt irgendwer vorstellen kann :D. Man muss wahrscheinlich wissen, wie das "Breakdance" ist. :D
Es war auf jeden fall toll.

Ansonsten war ich beim Friseur und hab mir die Haare geschnitten ..  und blond nachgesträhnt. Alle die dachten, dass ich mir die Haare vielleicht rot färbe, muss ich enttäuschen. Ich hab mich nicht getraut :D. Wenn es nämlich doof ausgesehen hätte, müsste ich jetzt so asi hier rumlaufen und das will ich irgendwie nicht. Vielleicht probier ich es mal in Deutschland :D

Vorgestern war ich dann auf der Party einer Freundin. Wir waren erst bei ihr zuhause, haben einen Film geguckt und sind dann raus. Es würde jetzt irgendwie zu viel werden, wenn ich alles hier rein schreiben würde von dem Abend. Also sagen wir mal so: Was in Vannes passiert ist, bleibt in Vannes ;)

Am Freitag bin ich zusammen mit meiner Gastmutter und Maya, Sidonie und Paul nach Rennes gefahren, die Oma und Opa besuchen.
Ich muss sagen, dass ich Rennes nicht sehr schön finde. Kann aber auch daran liegen, dass ich nicht so viel gesehen habe, wer weiß. Vielleicht ein ander mal.

Heute waren wir auf dem Friedhof. Das hatte auch einen Grund. Und zwar ist es in Frankreich so, dass Anfang November die meisten Leute an ihre toten Angehörigen denken und sie auf dem Friedhof "besuchen". Das nennt sich "Toussaint".
Meine Gastmutter mag den ganzen Rummel nicht und deswegen sind wir schon zwei Tage früher hin, um das Grab ihrer Großmutter zu besuchen.
Also, man kann ja sagen was man will, Friedhöfe sind einfach ein bisschen unheimlich. Auch bei Tag.
Vor allen Dingen, wenn sich dann noch so eine riesige schwarze Krähe auf das Grab neben einem niederlässt.
Und die Umgebung auf dem Friedhof war auch nicht sehr schön. Es waren einfach sehr viele Gräber eins neben dem anderen, ziemlich gequetscht. In Deutschland sind die Friedhöfe, auf denen ich war, auf jeden fall schöner. Die Gelände waren größer, es waren viel mehr Bäume da und die Gräber weitläufig verteilt.

Aber was rede ich über Friedhöfe, ist ja auch irgendwie dämlich. 

Meine letzten Ferientage werde ich mich noch mit Freunden treffen, ein wenig feiern und meine Englischhausaufgaben beenden.

Ach, noch was. Die Franzosen finden das Wort: "Streichholzschächtelchen" total lustig. Und sehr schwer auszusprechen. Schon einige von ihnen haben mir das gesagt. Und tatsächlich, das "ch" ist an sich nicht sehr einfach für sie.
Aber ich liebe den französischen Akzent, wenn sie Deutsch oder Englisch sprechen, von daher. Was sollls'. :D

Wer möchte, kann weiter dafür beten, dass ich eine Gemeinde finde. In den letzten Wochen war es nicht sehr einfach, eine Kirche zu besuchen, da ich oft unterwegs war oder aber das Mädchen, mit dem ich vorhatte zu gehen. Trotzdem bin ich noch auf der Suche.
Ich vermisse es wirklich, mit Menschen zusammen zu sein, die einfach nur dasselbe glauben wie ich. Man weiß gewisse Dinge erst richtig zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat.




Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen. (Walt Disney)
In diesem Sinne,

Bisous bisous,

Katharina :-*

18 Oktober 2011

cookies & erkältung.

Salut meine Lieben,

ich liege mit Hals- und Kopfschmerzen und ner' verstopften Nase in meinem Bett, da kann ich diese jetzt schon verschwendete Zeit ja eigentlich dafür nutzen, euch auf den neuesten Stand zu bringen.

Obwohl ich euch gleich sagen muss: Ich kann nicht jede Woche einen MONSTER Post mit unglaublich großen Neuigkeiten schreiben. Das hat einen einfachen Grund: Nicht jede Woche passiert hier was MONSTER mäßiges :D.
Ich bin hier, um ein Leben zu leben und nicht, um Urlaub zu machen. Das heißt, ich erlebe schon außergewöhnlichere Dinge als zuhause , einfach weil es ein neues Land ist und eine allgemein neue Situation. Aber irgendwann spielen sich die Dinge einfach ein, man kriegt einen Rhytmus in seinem Tagesablauf ..

Trotzdem, ich werde weiter regelmäßig posten, weil manche vielleicht selbst das "normale" Leben hier interessiert :D


Die letzte Woche 
Die Woche nach der Hochzeit also .. im allgemeinen kann ich sagen, dass diese Tage von unzähligen Taschentüchern geprägt wurden. Hatte ich mich wohl auf der Hochzeit erkältet, draußen in diesem schönen Park. Und heute dann das endgültige Knockout: Zuhause im Bett gammeln.

Dienstag & Mittwoch
Am Dienstag und Mittwoch war ich viel mit Rudern beschäftigt. Wer es noch nicht mitbekommen hat - ich habe mich da jetzt endgültig angemeldet und somit die Möglichkeit, drei mal die Woche hinzugehen.
Allerdings ist der Kerl, der für diesen Verein zuständig ist, irgendwie nicht so erpicht auf sein Geld. Jedesmal wenn ich bezahlen will ist er gerade irgendwo auf dem Wasser unterwegs oder aber er hat kein Wechselgeld. Da heißt es dann immer: "la prochaine fois!" ("das nächste Mal!").
Is klar.
Ich meine, mich störts' ja an sich nicht. Aber wenn er das weiter hinausschiebt vergisst er es noch :D
Rudern macht wirklich Spaß! Jeder der dazu die Möglichkeit hat in Deutschland dem kann ich nur sagen: Probiert es aus!
Fotos habe ich leider keine davon, folgen vielleicht noch.

Donnerstag
Am Donnerstag war ich mit Cami bei Béatrice, unserer Counsellorin.
Ich sage mal so: Sie ist wirklich eine sehr nette und engagierte Person. Aber wenn sie sagt, dass man sich um 12 Uhr trifft sollte man sich um 12.15 auf den Weg machen. Dann passt es! :D
Aber das ist wahrscheinlich nur meine deutsche Pünktlichkeit, die mich das so merken lässt.

Wir haben uns also bei ihr getroffen und zusammen Mittag gekocht. Es gab so etwas ähnliches wie Taccos. Wir haben außerdem Cookies gemacht .. und leider auch die Zeit bei dem ganzen Gequatsche vergessen. Sowas passiert mir generell immer, deswegen stelle ich mir für solche Zwecke auch meinen Handywecker. Und sei es für den Teebeutel, der für fünf Minuten in der Tasse hängen muss.
Diesmal hatte ich mich auf Cami und Béatrice verlassen aber auch ihr Zeitgefühl hatte versagt.
Tja, gab es halt schwarze Cookies.





Im Anschluss an das Mittagessen sind wir in ein kleines Dorf in der Nähe von Vannes gefahren, wo Béatrice zusammen mit ihrem Mann einen sehr alten Bauernhof gekauft hat und nun renovieren will.
Es ist wirklich wunderschön. Ein riesiges Gelände, tolle Aussicht, Apfelbäume ..
APFELBÄUME! :) Ja, wir haben ein bisschen Äpfel geerntet. Allerdings wirklich nur ein bisschen, für alle hätten wir wesentlich mehr Zeit und eine Leiter gebraucht.





Donnerstagabend
ROTARY MEETING! Zu diesem muss ich jeden zweiten Donnerstag erscheinen, aber diesmal war er was Besonderes. Der Governor meines Distriktes (1650) war zu Besuch.
                                                             
Wer nicht ganz versteht wovon ich immer rede und was diese ganzen Begriffe in Bezug auf Rotary auf sich haben, der erkundige sich bitte hier: Rotary International  


Jedenfalls sind wir dann halt um 19.00 Uhr zum Mercure Hotel gefahren, wo sich der Club wöchentlich trifft. Das ganze läuft für Cami und mich dann immer so ab, dass wir unzähligen Damen und Herren die Hände schütteln oder Küsschen links, Küsschen rechts geben. Wir müssen jedesmal erzählen woher wir kommen und das tue ich natürlich gerne.
Allerdings kennt kein Mensch Fissenknick (verständlich, kennen ja teilweise noch nicht mal welche aus Detmold! :D), keiner kennt Detmold und keiner Lippe. Auch Bielefeld und Paderborn sagt den meisten nichts. Also sage ich einfach stumpf, dass ich aus Köln komme.
Ich war einmal in meinem Leben in Köln. Yesss.

Es gab ein richtiges Dinner, sonst ist es immer ein Aperitif. Der Governor hielt eine Rede, der Clubpräsident ebenfalls und die einzelnen Mitglieder stellten sich vor. Alles in allem ging der Abend bis ca. 11.30 Uhr.

Freitag
Am Freitag ist nicht viel passiert. Schule war wie immer, außer das es Chaos in der Kantine gab und ich somit geschätzte 5 Stunden darauf warten musste, mein Essen zu bekommen :D.
Naja, wahrscheinlich war es nur eine Stunde. Aber das reichte mir schon.

Am Abend habe ich mit Paul "Feivel der Mausewanderer" geguckt. Der ist so süüüüüß der Film. Ich hoffe, ihr alle kennt den. Wenn nicht - angucken! ;)

Samstag
Nach gründlichem Ausschlafen kam Cami zu Besuch. Wir haben beschlossen, was zu backen und sind somit kurz in den Laden um die fehlenden Zutaten zu besorgen.
Nach ungefähr einer halben Stunde hatten wir dann Cookies, die aber ganz ganz anders aussahen als auf dem Bild. Und einen bekleckerten Backofen dazu.
Woran das lag, weiß ich bis jetzt nicht. Wahrscheinlich an der Butter .. die Bretonen haben einfach nur gesalzene Butter in ihren Kühlschränken! Da muss man sich vemutlich nicht wundern, wenn Rezepte anders ausfallen^^.



Sonntag - Bootstour 
Die liebe Jehanne hatte also mich und Cami zu einer Bootstour mit ihren Eltern und ihrem Bruder eingeladen. Es war wirklich toll! Wir haben somit einen weiteren Teil des Golfes gesehen. Leider war nicht wirklich viel Wind da, so dass wir also sehr langsam vorankamen oder den Motor benutzen mussten. Das Wetter war dafür umso besser, die Sonne schien und es war fast heiß - mitten im Oktober!







Montag
Tja, Schule halt. Ich bin eingschlafen. :D

Fazit dieser Woche: Ich bin zu dem Entschluss gekommen, das Cookies backen irgendwie einfach nicht klappt in Frankreich und dass ich wohl lieber nicht in Littérature einschlafen sollte - es stört die Lehrerin nämlich doch :D

Bisous,


Katharina :-*